Improvisation erforschen – improvisierend forschen

1. Buchrezension in der Sendung “Cluster“ vom 27. Juli 2016 auf SWR2

      2016_07_27_swr2_BuchrezensionNöther
5 Minuten Beitrag
Autor Dr. Matthias Nöther


2. Klappentext & Bestellinformationen

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Das Buch ist überall im Buchhandel erhältlich.
Der Verlag bietet neben Verlags-Informationen auch eine Inhalt / Leseprobe an.


3. Infos zur SOUP 2014

Das Buch bezieht sich auf das Festival des exploratorium berlin im Jahr 2014.
Erläuterungen und der Link zu unserer Internet-SOUP – der interaktiven Zusammenschau von Videos, Audiodateien, Texten, Bildern, Zeichnungen und pdf-Dokumenten zum Festival 2014 – sind hier zu finden.

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5A (CD)

Nineteen Pieces of Improvised Music

Improvisationsklasse 5A und Ariel Shibolet (künstlerische Leitung)

erschienen bei nurnichtnur
5 A (CD) - 19 Pieces of Improvised Music

“Die Musik auf dieser CD wurde vom 24. bis 25. März 2012 nach zwei Workshops mit 10 – 11jährigen Kindern ohne instrumentale Vorerfahrung aufgenommen, jeder Workshop dauerte eine Woche (vom 28. Februar bis 4. März 2011 und vom 19. bis 23. März 2012). Wir spielten, lauschten und lernten den ganzen Tag etwas über das Improvisieren, die Kinder waren dafür von anderen Aufgaben freigestellt worden.

Diese Workshops, vor allem der zweite im Jahr 2012, waren für mich sehr bedeutsam. Es war eine menschliche Erfahrung auf höchstem Niveau: musikalisch, intellektuell, sozial und spirituell. Die Aufmerksamkeit, die der Musik entgegengebracht wurde und untereinander in der Gruppe herrschte, die Qualität der Konzentration, die Freundschaft und die Ahnung einer utopischen Gesellschaft führten zu einer erstaunlichen Erfahrung, die im Leben selten genug vorkommt. Diese Arbeit regt an zu Fragen und Gedanken über Musik und Improvisation, über Lernprozesse, Methoden und pädagogische Modelle beim Improvisieren, über Erziehung und die menschliche Gesellschaft.”

Ariel Shibolet im Booklet

“Was einem die Musik dieser CDs sicher vermittelt: Für die beteiligten Kinder erweiterte sich der Horizont dessen, was als Musik ästhetische Geltung erlangen kann, und sie verweist auf einen Unterricht, in dem bei den Schülern das Bedürfnis entwickelt wird, selbst musikalisch tätig zu werden – spielerisch, improvisierend, komponierend, reflektierend.”

Hans Schneider, Prof. für Musikpädagogik an der Hochschule für Musik Freiburg

 

Hörproben

Die CD ist für 12€ erhältlich, und per Mail bei uns zu bestellen: .

expressiv & explOHRativ

Musikalische Improvisation in der Schule

Reinhard Gagel, Matthias Schwabe (Hg.)

Books on Demand, Norderstedt 2013, 164 Seiten, Ladenpreis 12,90 €
expressiv & explOHRativ

Musikalische Improvisation vereinbart in einzigartiger Weise persönlichkeitsbildende Aspekte mit musikalischem Lernen und der Befähigung zum praktischen Musizieren. Um das Spektrum dieser Arbeitsweise auszuloten, führte das exploratorium berlin im Schuljahr 2011/12 an vier Schulen in Berlin Kreuzberg und Schöneberg vier verschiedene Projekte mit improvisierter Musik durch. Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 14 Jahren – meist ohne besondere musikalische Vorkenntnisse – hatten die Gelegenheit, unter fachkundiger Anleitung Erfahrungen mit Gruppenimprovisationen zu sammeln und eigene Präsentationen zu entwickeln. Dabei kamen unterschiedliche Schwerpunkte und Zielsetzungen sowie verschiedene methodische Ansätze zum Tragen.

Dieses Buch präsentiert die vier Projektberichte, eine Expertendiskussion sowie Nachreflexionen. Sie geben einen Einblick in die Chancen improvisatorischen Arbeitens in verschiedenen Schulformen, bieten interessantes Unterrichtsmaterial, benennen Faktoren, die zum Gelingen der Projekte beigetragen haben und geben Denk- und Diskussionsanstöße für die Perspektiven musikalischer Improvisation im Kontext Schule.

Online kaufen bei buecher.de: Link

 

Rezensionen:

“Dem für den musikalischen Erfahrungshorizont eines heranwachsenden Kindes äußerst wertvollen Bereich der freien Improvisation widmet sich die Publikation “expressiv & explOHRativ”. Das Buch versteht sich als Auswertung eines Projekts der Lilli-Friedemann-Stiftung (Trägerin des exploratoriums berlin). Die vorliegende Dokumentation setzt sich zum Ziel, Improvisationsmodelle vorzustellen, die frei von verbindlichen stilistischen Vorgaben sind und das musikalische Material für alle TeilnehmerInnen zugänglich gestalten. (…)

Das Buch ist als Ideengeber – buchstäblich explorativ – zu verstehen und bietet einen reichen Erfahrungsschatz. Die Stärken des Ansatzes liegen in der Vorstellung von Entfaltungsmöglichkeiten im Hinblick auf Fragen, für die der Musikunterricht an Regelschulen bislang wenig Zugänge bereithält. Die Publikation ist daher als wichtiger Denkanstoß zu werten. Denn um die Individualität unserer Kinder ernst zu nehmen, kann gerade die freie Improvisation eine existenzielle Grundlage bereitstellen.”

Magnus Gaul, Musik in der Grundschule 1/2014 S. 55

“Klänge als unerschöpfliches Potenzial stehen im Fokus – sie hervorzubringen, ihnen zu lauschen, mit ihnen zu experimentieren und zu interagieren (allein, in Gruppen oder mit allen), das ist die Basis für Aufbau und Entwicklung der Fähigkeiten, musikalisch künstlerisch zu gestalten.” (…)

“Alle Beiträge spiegeln lebendige und nachhaltige Musikarbeit in der Schule heute. Zugleich lenken sie den Blick (auch) auf pädagogische Aspekte: Dazu gehört u. a. die Akzeptanz (auch musikalisch) unterschiedlicher Lern-Niveaus, der gleichsam inklusive Umgang damit, die Einsicht, dass auch das Stocken, ja sogar das Scheitern von Lernprozessen wichtig sind sowie die durch gängige Aufmerksamkeit auf die sozialen Aspekte der unterrichtlichen Arbeit. Für freie Improvisation sind diese Aspekte nun gerade nicht Störfaktoren, sondern konstruktive Bestandteile, da musikalische wie soziale Fähigkeiten nicht voraus gesetzt, sondern im musikalischen Handeln, im musikbezogenen Be-Greifen erst aufgebaut werden. Mit den Praxisberichten jedoch gelingt es, die Bedeutsamkeit improvisatorischen Arbeitens in unseren Schulen herauszustellen. Die Schrift liefert ebenso neue Ideen für versierte PraktikerInnen wie wichtige Impulse für all die KollegInnen, die sich erstmalig mit ihren SchülerInnen den vielfältigen Möglichkeiten der musikalischen Improvisation in der Schule stellen möchten”.

Ortwin Nimczik, Musik & Bildung 2/2014, Seite 78