Leitgedanken

“Das Ziel von Bildung ist nicht, Wissen zu vermehren, sondern Möglichkeiten zu schaffen, zu erfinden und zu entdecken, Menschen hervorzubringen, die fähig sind, neue Dinge zu tun.”

Jean Piaget, Psychologe, 1896 – 1980

„In der Gruppenimprovisation tun wir nicht, was wir sollen, sondern das, was wir im Augenblick für richtig halten. Und etwas für richtig zu halten und richtig zu reagieren, das ist nicht leicht. Das ist ja keine absolute Freiheit, sondern das ist Konzentration. Ich bin nicht gehorsam, ich gehe den Weg, den ich für richtig halte.“

Lilli Friedemann, Geigerin, Pionierin im Lehren von improvisierter
Musik, 1906 – 1991

Wer wir sind

Das exploratorium berlin wurde im Mai 2004 gegründet und widmet sich ganz ausdrücklich und ausschließlich dem Thema Musikalische Improvisation. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Förderung einer facettenreichen aktiven Improvisationskultur, die das Potential und die Besonderheiten dieser Musizierform in vielfältigster Weise ausschöpft.

Im exploratorium berlin ist es möglich

  • als Laie ebenso wie als Musikerin erste Erfahrungen mit Improvisation zu sammeln
  • als Pädagogin Konzepte für ein lebendiges improvisatorisches Musizieren mit verschiedenen Zielgruppen kennen zu lernen
  • als mehr oder weniger erfahrener Improvisator eigene Fähigkeiten in Kursen zu vertiefen oder bei regelmäßigen Treffen mit anderen improvisierenden Musikern neue Erfahrungen zu sammeln und neue Mitspieler kennen zu lernen
  • als Improvisations-Musikerin oder -Ensemble Konzerte zu geben, gerne auch in Zusammenarbeit mit Künstlern aus anderen Sparten
  • als improvisationsbegeisterter Zuhörer Konzerte mit improvisierter Musik zu hören, vom Nachwuchs-Ensemble bis zur internationalen Prominenz

Das exploratorium berlin möchte dazu beitragen, dass Improvisation sich im kulturellen Alltag zu einer Form des Musizierens entwickelt, die ebenso selbstverständlich ist wie Kammermusik, Orchester, Chor oder Band.

Warum Improvisation?

Improvisation bietet uns etwas, das in der Musik leider unüblich ist – die Möglichkeit selbst Musik zu erfinden, und zwar ganz ohne Noten. Das Besondere an dieser Form der Kreativität ist, dass sie in der Gruppe stattfindet. Wie in einem guten Gespräch inspirieren sich die SpielerInnen gegenseitig und können so Ideen entwickeln, auf die sie alleine nicht gekommen wären.

Im exploratorium konzentrieren wir uns auf die sogenannte Freie Improvisation, die keine Skalen, Harmonie- oder Rhythmus-Schemata braucht. Der Klang an sich ist das musikalische Material. Hier geht es um Wachheit im Augenblick, intensives Lauschen auf die Mitspieler und den musikalischen Prozess, Gestaltungserfahrungen sammeln, Musik „von innen heraus“ verstehen lernen und sich einlassen auf den musikalischen Fluss.

Frei improvisieren, das bedeutet in jedem Moment selbstverantwortlich handeln, Eigenes einbringen und zugleich als Kollektiv agieren. Dies zu lernen, heißt fürs Leben zu lernen. Dies im Konzert zu erleben, heißt an einem besonderen Abenteuer teilzuhaben.