Donnerstag, 13. Oktober 2016, 20 h

Konzertreihe “Improvisation International”

Porträts: 1. Rechtern, 2. Sato, 3. Oki, 4. Sharrock

Itaru Oki (J) – Trompete
Mario Rechtern – Saxofon
Makoto Sato – (J) – Schlagzeug
Linda Sharrock (USA) – Stimme

“Linda Sharrock, die in den USA geboren und aufgewachsen ist, hat ab den 1960ern mit Pharoah Sanders zusammengearbeitet und im Folgenden mit ihrem damaligen Ehemann Sonny Sharrock wegweisende Alben aufgenommen, bei denen sie schon als vielseitige Vokalartistin glänzte: von nicht enden wollenden feinen Gesangsbögen, mystisch-magischen Melodiekaskaden bis hin zu berstenden Urschrei-Explosionen. Der in Deutschland geborene, jahrzehntelang die Welt erkundende Mario Rechtern hat ebenso ein überaus breites Oeuvre vorzuweisen und reizt die Möglichkeiten seiner zahlreichen Reeds – hauptsächlich jedoch des Saxophons – mit spielerischer Ernsthaftigkeit und feinsinnigem Humor aus. Rund um dieses Stammduo werden mit wechselnden Ensembles die Möglichkeiten von Klang und Freiheit ausgereizt.

(…) Man hört die Suche nach Randzonen, gefolgt von musikalischen Pfaden in die entgegengesetzte Richtung; von treibenden Schlagzeug-Passagen bis hin zu raschelnden Blättern, schnoddrigen Saxophon-Läufen und dissonant-kräftigen Fanfaren. Flötensounds, die man hauptsächlich aus der sogenannten „Weltmusik“ kennt, werden hier in völlig neue Kontexte gerückt und entfalten dadurch ein Potenzial weit weg von Kitsch oder falscher Romantik. Dazu singt die seit 2010 im Rollstuhl sitzende Linda Sharrock, die oft über der ganzen Combo zu schweben und die Zügel in der Hand zu halten scheint. Sharrock hat – wieder – ihre eigene Sprache gefunden, die sie in ihrer Einzigartigkeit den instrumentalen Teilen anbietet und vorlegt. Wie eine Achterbahnfahrt mit harten Kurven und todesverachtenden Manövern – doch selbst die riskantesten Stellen werden bravourös und in voller Geschwindigkeit gemeinsam durchbrochen. Das Ensemble gibt sich aber auch genug Zeit und Platz, sodass schamanistische Solo-Exkursionen das Gesamtbild für alle Beteiligten – sowohl Produzenten als auch Rezipienten – schärfen können.” Clemens Marschall (Rezension zur CD No is no)

Eintritt: 12 / 10 / 6 Euro (Normalpreis / ermäßigt / Berlin-Pass)

Hier gibt es einen kurzen Überblick über vergangene Konzerte in 2016.