exploratorium_2022-1

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Die Geräuschesammler & ihre Rumpelkiste

Ein Kooperationsprojekt zwischen geräusch[mu’si:k] e.V., dem exploratorium berlin und vier Kitas aus Kreuzberg von August bis November 2021.  Mit dabei waren die Interkulturelle Kindertagesstätte Kindervilla Waldemar e.V., die AWO Kindertagesstätte Lingulino, die Kita Traumbaum und die Kita Stallschreiberstrasse (Orte für Kinder GmbH).

Wie kann man Geräusche auf einem Spaziergang einsammeln und ins exploratorium tragen? Wie klingt wohl Papiermusik? Wie baut man Ratterbecher, Donnertrommeln und Rascheltüten? Und was für Klänge machen runde Sachen?
Diese und viele andere spannende Dinge konnten fünf Gruppen von Vorschulkindern im Herbst 2021 in dem Projekt „Die Geräuschesammler & ihre Rumpelkiste“ mit den Klangkünstler*innen Daniela Fromberg und Stefan Roigk von geräusch[mu’si:k] e.V. herausfinden.

Nach einem Schnuppertag in der Kita hat innerhalb von vier Wochen jede Kindergruppe einmal wöchentlich das exploratorium besucht und dabei im großen Saal mit den Klangkünstler*innen vier unterschiedliche Tagesthemen erforscht.

Der Weg ins exploratorium war dabei schon Teil des Projekts: auf Hörspaziergängen haben die Kinder ihre klangliche Umgebung erkundet. Die Kinder haben konzentriert gelauscht und nach Geräuschen gesucht, diese benannt und später im exploratorium gemeinsam erinnert und zeichnerisch festgehalten. Diese Sammlung von Klängen wurde im Laufe der verschiedenen Thementage erweitert.

Von der Bäckertüte bis zum Papprohr –  am ersten Thementag hat sich im exploratorium alles um „Papiermusik“ gedreht. Die Kinder haben in verschiedenen Spielen und Übungen die Klänge erkundet, die sie mit Papier und Pappe machen können und anschließend eigene Papierpuschel gebastelt. Es wurde gemeinsam ausprobiert, vorgestellt, dirigiert, gezeichnet – und Papier-Musik von zeitgenössischen Komponist*innen angehört.

Alles, was rollt und kullert – am zweiten Thementag ging es um „Runde Musik“. Mit den verschiedensten runden Gegenständen wurden Klänge ausprobiert, vorgeführt und diese Geräuschgeber und ihre Geräusche gezeichnet. Die Kinder haben einen Ratterbecher gebaut und zusammen Kompositionen der Klangkünstlerin Hanna Hartman gehört. Nach dem Erforschen der klanglichen Möglichkeiten wurde ausgiebig dirigiert und „runde Musik“ gemacht.

Der Karton als Resonanzkörper – im Mittelpunkt des dritten Thementages stand die „Kartonmusik“. Ein riesiger Karton lud zum Hineinkrabbeln ein. An ihm wurde das Prinzip des Resonanzkörper kindgerecht erklärt. Dann wurde reihum ausprobiert, welche Klänge sich zuerst mit den Fingern und anschließend mit Alltagsmaterialien auf dem Karton erzeugen lassen – sogar ein zartes Streichen über den Karton war von innen ganz laut zu hören. Nun waren die Kinder als Musiker*innen aktiv und spielten – Konzentration! – kleine Geräuschkonzerte für die Zuhörer*innen im Karton. Zum Abschluß wurden aus Pappröhren Donnertrommeln gebastelt.

Gemeinsam mit Geräuschen spielen – am vierten Thementag haben die Kinder zusammengetragen, welche Geräusche sie in den letzten 3 Wochen auf den Hörspaziergängen gehört, erkundet und gesammelt hatten. Die Lieblingsgeräusche zeichneten die Kinder dann symbolhaft auf kleine Pappschilder, mit denen anschließend musiziert wurde – wenn eine Karte vom dirigierenden Kind gezeigt wurde, haben die anderen Kinder das Geräusch mit Stimme und Körper nachgeahmt. Jedes Kind durfte ausprobieren mithilfe der Karten den Ablauf des Geräusche-Chors zu dirigieren.

In Anlehnung an „Pas de Cinq“ von Mauricio Kagel wurde ein großes, buntes Fünfeck mit vielen Verbindungslinien und Schnittpunkten als Spielfeld auf den Boden des Saals geklebt: Beim Gehen von Punkt zu Punkt durften Geräusche mit den verschiedenen Instrumenten gemacht werden. Wer wann weitergehen und spielen durfte, haben die Kinder nacheinander in der Rolle des/der Dirigenten*in bestimmt.

Abschlusstage
Zum Projektabschluss gab es in jeder Kita eine Abschlusspräsentation für die anderen Kinder der Kita, ihre Eltern und die Erzieher*innen. Hier konnten die Projektkinder ihre Ergebnisse vorführen, ausstellen und den anderen Kindern als Geräuschbotschafter*innen den Karton und alles andere erklären. Anschließend durften die Gäste selbst auch Kartonkonzerte geben.

Das Projekt wurde ermöglicht durch die Förderung im Programm „Künste öffnen Welten“ der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder-und Jugendbildung e.V. (BKJ). Die BKJ ist Programmpartner des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Programm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“.

 

 

 

 

© *exploratorium berlin, **geräusch[mu’si:k]