Musikalische Improvisation in der Schule

Reinhard Gagel, Matthias Schwabe (Hg.)

expressiv & explOHRativ

 

Musikalische Improvisation vereinbart in einzigartiger Weise persönlichkeitsbildende Aspekte mit musikalischem Lernen und der Befähigung zum praktischen Musizieren.

Um das Spektrum dieser Arbeitsweise auszuloten, führte das exploratorium berlin im Schuljahr 2011/12 an vier Schulen in Berlin Kreuzberg und Schöneberg vier verschiedene Projekte mit improvisierter Musik durch.

Books on Demand, Norderstedt 2013, 164 Seiten, Ladenpreis 12,90 €.

Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 14 Jahren – meist ohne besondere musikalische Vorkenntnisse – hatten die Gelegenheit, unter fachkundiger Anleitung Erfahrungen mit Gruppenimprovisationen zu sammeln und eigene Präsentationen zu entwickeln. Dabei kamen unterschiedliche Schwerpunkte und Zielsetzungen sowie verschiedene methodische Ansätze zum Tragen.

Dieses Buch präsentiert die vier Projektberichte, eine Expertendiskussion sowie Nachreflexionen. Sie geben einen Einblick in die Chancen improvisatorischen Arbeitens in verschiedenen Schulformen, bieten interessantes Unterrichtsmaterial, benennen Faktoren, die zum Gelingen der Projekte beigetragen haben und geben Denk- und Diskussionsanstöße für die Perspektiven musikalischer Improvisation im Kontext Schule.

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Rezensionen:

“Dem für den musikalischen Erfahrungshorizont eines heranwachsenden Kindes äußerst wertvollen Bereich der freien Improvisation widmet sich die Publikation “expressiv & explOHRativ”. Das Buch versteht sich als Auswertung eines Projekts der Lilli-Friedemann-Stiftung (Trägerin des exploratoriums berlin). Die vorliegende Dokumentation setzt sich zum Ziel, Improvisationsmodelle vorzustellen, die frei von verbindlichen stilistischen Vorgaben sind und das musikalische Material für alle TeilnehmerInnen zugänglich gestalten. (…)

Das Buch ist als Ideengeber – buchstäblich explorativ – zu verstehen und bietet einen reichen Erfahrungsschatz. Die Stärken des Ansatzes liegen in der Vorstellung von Entfaltungsmöglichkeiten im Hinblick auf Fragen, für die der Musikunterricht an Regelschulen bislang wenig Zugänge bereithält. Die Publikation ist daher als wichtiger Denkanstoß zu werten. Denn um die Individualität unserer Kinder ernst zu nehmen, kann gerade die freie Improvisation eine existenzielle Grundlage bereitstellen.”
Magnus Gaul, Musik in der Grundschule 1/2014 S. 55

“Klänge als unerschöpfliches Potenzial stehen im Fokus – sie hervorzubringen, ihnen zu lauschen, mit ihnen zu experimentieren und zu interagieren (allein, in Gruppen oder mit allen), das ist die Basis für Aufbau und Entwicklung der Fähigkeiten, musikalisch künstlerisch zu gestalten.” (…)

“Alle Beiträge spiegeln lebendige und nachhaltige Musikarbeit in der Schule heute. Zugleich lenken sie den Blick (auch) auf pädagogische Aspekte: Dazu gehört u. a. die Akzeptanz (auch musikalisch) unterschiedlicher Lern-Niveaus, der gleichsam inklusive Umgang damit, die Einsicht, dass auch das Stocken, ja sogar das Scheitern von Lernprozessen wichtig sind sowie die durch gängige Aufmerksamkeit auf die sozialen Aspekte der unterrichtlichen Arbeit. Für freie Improvisation sind diese Aspekte nun gerade nicht Störfaktoren, sondern konstruktive Bestandteile, da musikalische wie soziale Fähigkeiten nicht voraus gesetzt, sondern im musikalischen Handeln, im musikbezogenen Be-Greifen erst aufgebaut werden. Mit den Praxisberichten jedoch gelingt es, die Bedeutsamkeit improvisatorischen Arbeitens in unseren Schulen herauszustellen. Die Schrift liefert ebenso neue Ideen für versierte PraktikerInnen wie wichtige Impulse für all die KollegInnen, die sich erstmalig mit ihren SchülerInnen den vielfältigen Möglichkeiten der musikalischen Improvisation in der Schule stellen möchten”.
Ortwin Nimczik, Musik & Bildung 2/2014, Seite 78