Labor spezial – Lectures über Improvisation #23

Harald Welzer: Improvisation und Gesellschaft

Donnerstag, 21. November 2019, 20 h (Saal 1) – Karten sind nur noch an der Abendkasse erhältlich

Der Soziologe Harald Welzer hat sich in den letzten Jahren in vielfältiger Weise in die politischen Diskussionen eingebracht. Seine Bücher “Vom Ende der Welt, wie wir sie kannten” und “Selbst denken” sind nicht nur theoretische, sondern praxisorientierte Anregungen für alternatives Handeln in Zeiten der Digitalisierung, der Klimakrise und des Rechtspopulismus. Sein neustes Buch “Alles könnte anders sein, eine Gesellschaftsutopie für freie Menschen” ist gerade erschienen, mit der Stiftung “Futurzwei – Stiftung Zukunftsfähigkeit” hat er eine reale Plattform für erfolgreich existierende Initiativen alternativen Lebens geschaffen. Wir haben ihn eingeladen, weil wir vom exploratorium unser Institut durchaus als politisches Modell nicht nur für einen anderen Umgang mit Kultur, sondern auch einen neuen Umgang der Menschen untereinander ansehen. Unsere Formate der Offenen Bühnen und der Ensembles der Improvisation bauen auf Augenhöhe, Achtsamkeit, Teilhabe und Kreativität. Wir haben Harald Welzer kennen gelernt, als er einen Vortrag aus dem Stegreif über Improvisieren im gesellschaftlichen Kontext aus der Sicht eines forschenden Soziologen gehalten hat und finden seine Einsichten, Anregungen und Beschreibungen so wichtig, dass wir seine Ideen auch im exploratorium präsentieren und zu Gehör bringen möchten. Dafür haben wir einen möglichst neutralen Titel gewählt, weil Herr Welzer ausdrücklich darauf bestand, zu improvisieren, also nicht Themen im Vorhinein fest zu legen.

Dieses Labor Spezial legen wir ganz ausdrücklich denen ans Herz, die Improvisieren als eine bereichernde Kunst kennengelernt haben, die auch die beteiligten Menschen verändert, und laden auch diejenigen ein, die nicht vertraut sind mit musikalischer Improvisation, aber mehr wissen wollen über eine fruchtbare und originelle kulturelle und gesellschaftliche Strategie.

 

Ansprechpartner:

Reinhard Gagel, 0176 59974443,

 

Eintritt: 10/8/5 €

Unser Kartenkontingent für Reservierungen für diese Veranstaltung ist erschöpft. Tickets sind nur noch an der Abendkasse erhältlich, welche für diese Veranstaltung  um 19.20 Uhr öffnet. Die Kasse befindet sich im 3. OG von Aufgang C.

 

 

 

Einen Überblick über bereits vergangene Laborveranstaltungen gibt es hier.

Labor – Lectures über Improvisation #22

Mimesis und musikalische Konstruktion

Donnerstag, 7. November 2019, 20 h (Saal 1)

Lecture, Experimente und Gespräche mit CHICO MELLO und Reinhard Gagel

Mit Mimesis bezeichnen wir ein mimetisches Vermögen, das heißt, eine allgemeine menschliche Fähigkeit, Ähnlichkeiten zu erkennen und zu produzieren. In diesem Labor geht es um Mimesis als Motor für improvisatorische und musikalisch konstruktivische Prozesse, also um Grundlagen des Improvisierens. Chico Mello, Komponist aus Berlin, hat dazu ein Buch geschrieben und darüber wollen wir im Gespräch und im Experimentieren mit anwesenden MusikerInnen gemeinsam theoretisch und praktisch forschen.

„Mein Interesse an Mimesis entstand aus der Beobachtung der Entwicklung des Kindes: wie sich die Welt für ein Kind durch Kontakt (Wahrnehmung) allmählich in inneren Repräsentationen („Kopien“) verdoppelt. Wie wird die Umwelt (Klänge, Gerüche, Bilder, Farben) wahrgenommen, bevor sie durch Benennungen (Kopien) erschlossen werden kann? Das heißt: Welchen Charakter hat ein Kontakt, der nicht gleich nach Analogien oder Kausalverkettungen sucht, sondern zuerst für lange Zeit bei der „reinen“ Wahrnehmung verweilt?

Bei meiner Forschung ging um das Aufspüren des Paradox-, des Zwischencharakters der Mimesis als Motor kompositorischer Prozesse. Genau in dem instabilen Zustand zwischen Wahrnehmen und Benennen, zwischen Kontakt und Repräsentation, zwischen Körper und Konvention entfaltet sich meines Erachtens die freie kreative Kraft, sodass das mimetische Vermögen eine temporäre Befreiung vorgegebener symbolischer Welten bewirkt. Die Erfahrung dieses Schwellenzustandes ist auch beim Komponieren oder Improvisieren instabil, prekär, häufig der Verdrängung ausgesetzt. Diese Erfahrung kann auch dem Rezipienten mimetisch, das heißt, ansteckend vermittelt werden.“

 

Ansprechpartner:

Reinhard Gagel, 0176 59974443,

Anmeldung nicht erforderlich

Eintritt: 5 Euro

 

Einen Überblick über bereits vergangene Laborveranstaltungen gibt es hier.

Labor – Lectures über Improvisation #18

Centre Européen pour l´Improvisation –
eine euröpäische Initiative für Improvisation

Samstag, 15. Dezember 2018, 17 h (Saal 1)

Vorstellung und Diskussion mit Musikern des EMIR-Kollektivs und Reinhard Gagel

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Labor – Lectures über Improvisation #14:

Entkoppeln schafft Raum für Klang

oder: kann Musik hören?

Donnerstag 17. Mai 2018, 20 h (Saal 1)

Lecture, Sound-Video-Präsentation und praktische Erforschung mit Johannes S. Sistermanns, Komponist und Klangkünstler
Moderation: Reinhard Gagelweiterlesen

Labor – Theory on stage N°12

Lecture Performances und Diskussionen zur Theorie der Improvisation

Donnerstag 23. November 2017, 20 h

Improvisation als gelebte Erfahrung – Labor mit Simon Rose

Improvisation als gelebte Erfahrung: in Musik, im Lernen und im Leben

Der Musiker und Autor Dr. Simon Rose wird über die zentralen Themen seines neuen Buches sprechen. Darauf folgt eine Diskussion sowie eine Performance auf dem Bariton-Saxophon. Vortrag und Diskussion sind englischer Sprache.weiterlesen

Labor – Theory on stage N°11

Lecture Performances und Diskussionen zur Theorie der Improvisation

Donnerstag 12. Oktober 2017, 20 h

Improvisation und Experiment

Improvisation und Experiment

Lecture Performce mit Theda Weber-Lucks (Stimme, Texte, Theorie) und Reinhard Gagel (Moog-Synthesizer, Improvisation, Moderation)weiterlesen

Labor – Lectures über Improvisation

Donnerstag 22. Juni 2017, 20 h

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Irène Schweizer: Jazzpianistin, Aktivistin, Ikone.

Christian Broecking stellt seine gerade erschienene Biografie der legendären Musikerin vor.
Lesung und Gespräch. Hören ausgewählter Platten.

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Labor – Lectures über Improvisation

mit Joe Tornabene

Freitag 12. Mai 2017, 20 h – muss leider entfallen! –

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Cycling Through Awareness Protocols

Music Creation in Heightened Body Perception

“Als Baritonsaxophonist sind alle meine tägliche Übepraktiken (alle technischen Arbeiten sowie offene Erkundungen) und Performances in irgendeiner Form durch eine energetische Modalität gelenkt. Dazu gehören die experimentelle Anatomie-Arbeit, das Aufspüren energetischer Zentren und Körper-Erkundungen.” (Joe Tornabene)weiterlesen

Labor – Theory on stage

Lecture Performances und Diskussionen zur Theorie der Improvisation

Dienstag 10. Januar 2017, 20 h

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hören::multisensorial

Multisensoriale Kunst fasst das Hören als ganzheitlichen Akt des Zusammenspiels aller Sinne, mit einem Fokus auf der Wahrnehmung und Interpretation von Schallwellen auf. Sie untersucht und bespielt künstlerisch multimodale Interdepenzen unserer Kunstwahrnehmung – Hören mit allen Sinnen!weiterlesen

Labor – Theory on stage

Lecture Performances und Diskussionen zur Theorie der Improvisation

Donnerstag 15. September 2016, 20 h

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Ritwik Banerji: Live Fieldwork – A Collective Impromptu Examination of the Ethics of Aesthetics in Free Improvisation

Die beiden Improvisationsmusiker Joel Grip (Bass) und Matthias Müller (Posaune) werden den Dialog mit zwei virtuellen Improvisatoren namens „Maxine“ und „Bob“ erkunden. Im nachfolgenden Gespräch sollen sie das Spiel und das System kritisch kommentieren.
Die Veranstaltung ist eine Demonstration des Forschungsprojektes von Ritwik Banerji, das Publikum ist eingeladen, gemeinsam mit den Mitwirkenden über die Natur dieser besonderen Interaktion zu diskutieren.weiterlesen

Labor – Theory on Stage

Lecture Performances zur Theorie der Improvisation

Donnerstag 10. März und 26. Mai 2016, 20 – 22 h

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Improvisation ist auch ein Gegenstand des Denkens, der Theorie und der Forschung. Neben Musikwissenschaftlern, Neurophysiologen, Philosophen und Musikdidaktikern sind es auch die Musiker und die Hörer, die über improvisierte Musik nachdenken. Ausgewählte Positionen der Improvisationsreflektion und -theorie werden hier gemeinsam erarbeitet: in Lecture Performances nähern wir uns lesend und diskutierend ausgewählten Themen. Wie die Theorie für die Praxis nützliche Aussagen macht (oder machen kann), erproben wir vor Ort: Es soll in der Art der Offenen Bühne auch improvisiert werden.
Deshalb bitte Instrumente mitbringen.weiterlesen

Labor – Theory on Stage

Dienstag, 12. Mai 2015 und Dienstag, 23. Juni 2015, 20 – 22 h

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Improvisation ist auch ein Gegenstand des Denkens, der Theorie und der Forschung. Neben Musikwissenschaftlern, Neurophysiologen, Philosophen und Musikdidaktikern sind es auch die Musiker selbst, die über ihr eigenes Spiel nachdenken. Die Bibliothek im exploratorium berlin baut einen Grundstock von Literatur über das Improvisieren auf, der in der Reihe Labor besonders entfaltet werden soll: lesend und diskutierend wollen wir uns ausgewählten Themen des Nachdenkens über Improvisation nähern.
Ob die Theorie für die Praxis nützliche Aussagen macht (oder machen kann), wollen wir vor Ort erproben: Es soll in der Art der offenen Bühne auch improvisiert werden. Deshalb bitte Instrumente mitbringen.

Das nächste Labor:

Di, 23. Juni 2015, 20 – 22 h:

Labor Theory on Stage  N°3

Christopher Williams: Seeing the Full Sounding – graphische Notationen von Malcolm Goldstein

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