Workshop & Gespräch mit Elske Seidel (Contact Improvisation) und Rainer Stolz

Sonntag, 12. Mai 2019, 19.30 – 22 h

Spur 02: Im Nichtwissen wohlfühlen

In der Contact Improvisation lernen wir, die Schwerkraft in unserem Körper vielschichtig wahrzunehmen und ihr zu folgen. Das kann im Solo oder mit geteiltem Gewicht mit Partner(n) geschehen. In diesem Tanz gibt es keine vorgeschriebenen Bewegungsabfolgen. Wir üben uns im Nichtwissen/Nichtvorausdenken und tauchen ein in einen Zustand des ‚Im Moment Seins’. Sicherheit entsteht dabei durch die Fähigkeit, auf den sich stetig verändernden Moment reagieren zu können. Ich treffe in jedem Moment den Schwerpunkt meines Partners mit meinem Schwerpunkt und übe mich in einer Körperorganisation und Bewegungsqualität, die eine ‚entspannte Bereitschaft’ ermöglicht.

Was hat das mit dem Leben zu tun? Was bedeutet es, diese Fähigkeit mit in den Alltag zu nehmen? Ich freue mich darauf, diese Fragen körperlich erlebend und im Gespräch mit Euch zu erforschen.

Contact Improvisation ist eine zeitgenössische Tanzform, die 1972 von dem amerikanischen Choreografen Steve Paxton in den USA initiiert wurde und sich seitdem stetig entwickelt und in vielen Ländern praktiziert wird. Sie basiert auf der Kommunikation zwischen zwei Körpern, die sich mit geteiltem Gewicht bewegen, und ihrer Beziehung zur Schwerkraft.

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Bitte bringen Sie bequeme Kleidung mit (ohne Gürtel oder Accessoires, die drücken könnten).

Elske Seidel, Tänzerin, Bewegungsforscherin, Lehrerin für Tanz/Contact Improvisation

 

Reihe: Improvisation als Lebenskunst!?

Improvisiert wird einerseits in der Musik, im Tanz oder im Theater – andererseits in Lebensfeldern wie der Kommunikation, in Beziehungen, im Leben mit Kindern, in Lern- und Arbeitsprozessen, in der Selbstorganisation, im Coaching, in Therapie und Selbsterfahrung. Im Rahmen dieser Reihe bieten Dozent*innen aus verschiedenen Bereichen Aspekte ihrer improvisatorischen Arbeit zwischen Kunst und Lebenskunst in einem Workshop zur praktischen Erkundung und in einem Gespräch zur Reflexion an. Alle Interessierten sind zum Erfahrungsaustausch und zum gemeinsamen Forschen herzlich willkommen!

Leitfragen der Reihe sind:

  • Was erfahren, was lernen wir im Spiel mit Improvisation über und für das alltägliche Leben?
  • Inwiefern unterstützt uns Improvisation dabei, mit Herausforderungen und Krisen persönlicher, sozialer oder gesellschaftlicher Art umzugehen?
  • In welchen Lebens-, Arbeits- und Gesellschaftsbereichen bietet sich ein Transfer improvisatorischer Formate, Werkzeuge und Grundhaltungen an?
  • Was trägt Improvisation zu einem guten Leben, zu Vielfalt, Kooperation und Frieden bei?

Der nächste Termin in der Reihe Improvisation als Lebenskunst!?:

Die Termine können einzeln oder in Folge besucht werden.

Gastgeber der Reihe ist der Autor, Performer und Dozent am exploratorium berlin Rainer Stolz.

 

Eintritt: 5 – 10 Euro nach Selbsteinschätzung
Anmeldung nicht erforderlich