Spur 05: Vom Können des Nichtkönnens

Workshop & Gespräch
mit Albrecht Walter (Bild, Klang, Sprache) und Rainer Stolz

Sonntag, 10. November 2019, 19.30 – 22 h

Spur 05: Vom Können des Nichtkönnens

Der bekannte Satz „Kunst kommt von Können“ hat sich in unseren Köpfen und in unserer Kultur derart breitgemacht, dass Kunst oft mit Virtuosität verwechselt wird.

Was aber ist Virtuosität? Sie ist die meisterhafte, vollendete Beherrschung einer (auch künstlerischen) Technik. Sie entsteht durch Üben, Üben und nochmals Üben.

Was ist Kunst? Kunst ist ein ganz individueller Schöpfungsakt. Und dieser kreative Prozess ist das genaue Gegenteil (bzw. eine spezielle Form) von Virtuosität, nämlich: ein „Üben“, mich von gewohnten und gekonnten Techniken zu befreien, um mich in einen konzentrierten, kreativen, intuitiven, improvisierenden Zustand zu bringen. Es soll in diesem Workshop mit Hilfe von praktischen Übungen darum gehen, sich im bildnerischen, klanglichen und sprachlichen Ausdruck als kreativen Menschen kennenzulernen. Als Mensch, der in der Lage ist, quasi aus dem Nichts heraus – aus dem Nichtkönnen – etwas ganz Eigenes entstehen zu lassen. Wer dies konzentriert und ernsthaft übt und darin Selbstvertrauen entwickelt (auch im Scheitern-Können), hat im Leben gute Voraussetzungen dafür, im richtigen Moment das Richtige zu tun. Lebenskunst, Lebensimprovisation und Lebensintuition sind nicht voneinander zu trennen.

In diese menschliche Qualität – das „Können des Nichtkönnens“ – praktisch und gedanklich intensiv hineinzufühlen, das Vertrauen in intuitive, kreative Lebenskräfte zu stärken, dazu möchte ich Sie an diesem Abend einladen.

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Albrecht Walter, bildender und schreibender Künstler, Improvisationsmusiker, Performer

 

 

Reihe: Improvisation als Lebenskunst!?

Improvisiert wird einerseits in der Musik, im Tanz oder im Theater – andererseits in Lebensfeldern wie der Kommunikation, in Beziehungen, im Leben mit Kindern, in Lern- und Arbeitsprozessen, in der Selbstorganisation, im Coaching, in Therapie und Selbsterfahrung. Im Rahmen dieser Reihe bieten Dozent*innen aus verschiedenen Bereichen Aspekte ihrer improvisatorischen Arbeit zwischen Kunst und Lebenskunst in einem Workshop zur praktischen Erkundung und in einem Gespräch zur Reflexion an. Alle Interessierten sind zum Erfahrungsaustausch und zum gemeinsamen Forschen herzlich willkommen!

Leitfragen der Reihe sind:

  • Was erfahren, was lernen wir im Spiel mit Improvisation über und für das alltägliche Leben?
  • Inwiefern unterstützt uns Improvisation dabei, mit Herausforderungen und Krisen persönlicher, sozialer oder gesellschaftlicher Art umzugehen?
  • In welchen Lebens-, Arbeits- und Gesellschaftsbereichen bietet sich ein Transfer improvisatorischer Formate, Werkzeuge und Grundhaltungen an?
  • Was trägt Improvisation zu einem guten Leben, zu Vielfalt, Kooperation und Frieden bei?

Der nächste Termin in der Reihe Improvisation als Lebenskunst!?:

Die Termine können einzeln oder in Folge besucht werden.

Gastgeber der Reihe ist der Autor, Performer und Dozent am exploratorium berlin Rainer Stolz.

 

Eintritt: 5 – 10 Euro nach Selbsteinschätzung
Anmeldung nicht erforderlich