Sonntag, 11. November 2018 (Saal 1)

Konzertreihe “Improvisation International”

Joëlle Léandre (FR) – Kontrabass
Myra Melford (US) – Klavier
Nicole Mitchell (US) – Flöte

Die drei Meisterinnen der Improvisation Joëlle Léandre, Nicole Mitchell und Myra Melford bilden seit einigen Jahren das Tiger Trio. Ihre Musik ist diszipliniert und fokussiert; und ihr Zusammenspiel basiert auf wechselseitigem Verständnis und einheitsstiftendem Teamgeist – anders als ihr Bandname Tiger Trio oder gar der Titel ihres Albums unleashed (entfesselt) es vielleicht suggerieren.

Die französische Kontrabassistin Joëlle Léandre ist eine Ikone der frei improvisierten Musik, die neben ihren vielseitigen Aktivitäten in Europa auch intensive internationale Beziehungen pflegt. Zu ihren Mentoren und engen Freunden gehörten John Cage und Giacinto Scelsi und sie hat mit vielen der besten und interessantesten Musikerinnen und Musikern der improvisierten Musik gespielt und aufgenommen, darunter Steve Lacy, Barre Philips, Peter Kowald, Anthony Braxton, Irène Schweizer, Jon Rose, Lauren Newton, Fred Frith, Derek Bailey, George Lewis, Susie Ibarra, Maggie Nicols und Marilyn Crispell.

Die Flötistin Nicole Mitchell und die Pianistin Myra Melford sind beide an der Westküste der USA zu Hause. Nicole Mitchell hat eine einzigartige Improvisationssprache entwickelt und wurde vom Downbeat Magazine Critics Poll und der Jazz Journalists Association (2010–2017) wiederholt als „Top Flötist des Jahres“ ausgezeichnet. 2011 erhielt sie den Alpert Award in the Arts. Mitchell kam ursprünglich Ende der 1990er Jahre aus Chicagos innovativer Musikszene und ihre Musik feiert die zeitgenössische afroamerikanische Kultur. Sie ist die Gründerin des Black Earth Ensembles, von Black Earth Strings, Sonic Projections und Ice Crystal und komponiert für zeitgenössische Ensembles unterschiedlicher Besetzung und Größe. Sie war die erste Frau, die als Präsidentin der berühmten Chicagoer Association for the Advancement of Creative Musicians vorstand.

Die aus Chicago stammende und klassisch ausgebildete Pianistin Myra Melford ist zugleich Komponistin und in ihren Klavierimprovisationen geprägt von Chicago Blues, Architektur, Jazz und experimenteller Musik. Sie war Guggenheim-Stipendiatin, um ihr Multimedia-Projekt Language of Dreams (2013) zu realisieren, Doris Duke Performing Artist (2013) und erhielt 2012, direkt ein Jahr nach Nicole Mitchell, den Alpert Award in the Arts. In den Down Beat Critics Polls und von der Jazz Journalist Association wurde sie ebenfalls mehrfach ausgezeichnet.

Die drei entwickeln in ihrem Zusammenspiel empathische Beziehungen, die zu positiven und edlen musikalischen Visionen führen. Ihre Musik ist oft durchdringend und verblüffend in dem komplizierten Kommunikationsgeflecht, das sie miteinander etablieren.

Eintritt: 12 / 10 / 6 Euro (Normalpreis / ermäßigt / Berlin-Pass)
Reservierungen unter oder (030) 84 72 10 52.

 

Hier findet sich ein Überblick über vergangene Konzerte in 2017 & 2018.