Donnerstag, 13. Juni 2019, 20 h (Saal 1)

Konzertreihe „Improvisation International“

Zwischenhoch
Sabine Ercklentz – Trompete
Birgit Ulher – Trompete

Irene Aranda & Agustí Fernández
Irene Aranda (ES) – Klavier
Agustí Fernández (ES) – Klavier

Ein Berlin-Hamburgisches Trompeten- und ein spanisches Piano-Duo gestalten das letzte Konzert vor der Sommerpause des exploratorium.

Das Duo Zwischenhoch wurde 2016 von den beiden Composer-Performerinnen Sabine Ercklentz und Birgit Ulher gegründet. Neben einem Pool an gemeinsamen Spieltechniken und Klangfarben hat jede ihre individuelle Sprache aus persönlichen Techniken und instrumentalen Erweiterungen auf der Trompete entwickelt, z. B. Erweiterungen des Instruments mittels Objekten wie Metallfolie und Milchschäumer bei Birgit Ulher oder extreme elektronische Verstärkung und Verfremdung bei Sabine Ercklentz. Gemeinsam ist ihnen darüber hinaus ein Interesse an der Verräumlichung von Klang und der spezifischen Materialität akustischer und elektroakustischer Klangerfahrung. Dieses Spannungsfeld aus Ähnlichkeiten (gemeinsamen Fragestellungen, klanglicher Nähe) und Differenz (individuellen Raumkonzepten und Spieltechniken) bilden den ästhetischen Rahmen für ihr Duo.

Sabine Ercklentz lebt und arbeitet als Komponistin, Musikerin und Performerin in Berlin. Ihre Arbeiten bewegen sich häufig in musikalischen Grenzbereichen und über feste Genregrenzen hinweg. Dabei sind der musizierende Körper auf der Bühne, die Interaktion von Performer*in und Medien sowie die Vernetzung der Performer*innen untereinander häufig wiederkehrende Themen. Birgit Ulher studierte Malerei und Freie Kunst, was noch immer einen großen Einfluss auf ihre Musik hat. Seit 1982 lebt sie als freischaffende Musikerin in Hamburg. Sie arbeitet mit Radio, Lautsprechern und anderen Objekten und hat damit ihre eigenen Spieltechniken und Präparationen entwickelt. Abgesehen von dieser Materialforschung gilt ihr besonderes Interesse dem Verhältnis von Stille und Klang.

Die beiden PianistInnen Irene Aranda und Agustí Fernández gehören zu den Protagonisten der freien Improvisation in Spanien. Auf der Grundlage ihrer profunden Kenntnis des Instruments und ihrem gemeinsamen Verständnis des Klaviers als einem riesigen Klanggenerator entspinnen sie originäre musikalische Diskurse, die für die ZuhörerInnen zu einer besonderen Erfahrung für die Sinne werden.

Irene Aranda gehört zu den spannendsten Nachwuchskünstlerinnen der freien Improvisation in Spanien. Kritiker beschreiben sie als originell, erstaunlich und als „Pianistin, die die Tasten mit halsbrecherischer Geschwindigkeit bereist, die Klaviersaiten mit unendlicher Zartheit kratzt oder mit ungewöhnlicher Kraft traktiert“. Agustí Fernández gehört zu den spanischen Musikern mit größerer internationaler Ausstrahlungskraft und er gilt als Koryphäe in der Welt der improvisierten Musik. Fernández hat mit vielen wegweisenden Musikern der freien Improvisation zusammen gearbeitet, z. B. mit Peter Kowald, Derek Bailey, Butch Morris, Evan Parker, Barry Guy, Mats Gustafsson, Joel Ryan und Peter Evans. Er ist Mitglied der Blue Shroud Band, des Mats Gustafsson NU Ensemble und des Barry Guy New Orquestra.

Irene Aranda & Agustí Fernández 2014 live in Salamanca

Eintritt: 12 / 10 / 6 Euro (Normalpreis / ermäßigt / Berlin-Pass)
Reservierungen bitte per Formular

Hier gibt es einen Überblick über vergangene Konzerte in 2018 & 2019.