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exploratorium_2022-1

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2022Do07Apr20:0022:00EmpfehlungSound & Lecture N° 18: Displacing Sounds – Music through Space and Tradition20:00 - 22:00 exploratorium berlin, Saal 1, Aufgang CBühne:Sound & LectureDenkraum:Sound & Lecture

Displacing sounds

Zeit/Time

Donnerstag, 07. 04. 2022 | 20:00 - Donnerstag, 07. 04. 2022 | 22:00

Ort/Location

exploratorium berlin, Saal 1, Aufgang C

Inhalt/Content

Konzert + Gespräch auf Englisch

Antoine Läng (CH) – Stimme, Maultrommel

Anouck Genthon (FR/CH) – Violine
David Meier (CH) – Perkussion

Moderation: Mathias Maschat

Zu Gast in der Gesprächskonzert-Reihe Sound & Lecture ist die Geigerin und Musikethnologin Anouck Genthon, zusammen mit dem Schlagzeuger David Meier und dem Vokalisten Antoine Läng. Überschrieben ist der von Mathias Maschat moderierte Abend mit dem Titel Displacing Sounds – Music through Space and Tradition.

Der Titel bezieht sich auf zwei Projekte von Anouck Genthon, die im Gespräch und teils auch konzertant vorgestellt werden und die beide im weitesten Sinn darauf basieren, sich in bestimmte akustische und kulturelle Räume einzuhören und diese künstlerisch aufzugreifen und zu transformieren.

Mit Antoine Läng veröffentlichte Anouck Genthon 2020 das Buch Fictation (Edition Gamut), welches das Ergebnis eines einjährigen Hörens im Le Parc Beaulieu ist. Es geht um das Zuhören und die verschiedenen Wege, die unsere Wahrnehmung und unser Verständnis eines Orts durch die sich ständig ändernde Erfahrung von Klang verfolgen, obwohl dies in vertrauten Umgebungen und mit demselben Vokabular geschieht. Sie fragen danach, was und auf welche Weise wir eigentlich hören.

In dem Duo-Projekt mit David Meier sind spezifische Klangpraktiken der Musik der Tuareg der Ausgangspunkt; ihre Basis hierfür sind musikethnologischen Studien, die Anouck Genthon vor zehn Jahren durchführte. Mit Violine und Perkussion beziehen sie sich auf den Anzad (einsaitige Tuareg-Fidel) und den Tendé (Trommel auf Mörser). Von ihrer eigenen instrumentalen Praxis ausgehend erweitern sie die Wahrnehmung der Klänge dieser Instrumente und entwickeln eine neue Sprache, die die Musik in fortwährender Transformation zu einem Kontinuum verschmelzen lässt. Dieser Prozess ist  Gegenstand des Gesprächs.

Der Konzertteil besteht neben der Präsentation dieses Duo-Projekts außerdem aus einer Solo-Performance von Antoine Läng für Stimme und präparierte Maultrommel, die den Titel Idiophasies – ces gestes qui ne se répètent que pour mieux m’échapper trägt (‚Idiophasen – diese Gesten, die nur wiederholt werden, um mir besser zu entweichen‘). Sie konzentriert sich auf Veränderungen durch Wiederholung und Erschöpfung, von gleichen Gesten bis hin zu unterschiedlichen Klängen mit eigener Modulation, Länge, Dauer, harmonischem Pfad und Zerbrechlichkeit.

Anouck Genthon wurde in Frankreich geboren und lebt als Geigerin, Improvisatorin und Ethnomusikologin in Genf (CH). Sie verankert ihre Arbeit in der Entwicklung ihrer eigenen improvisierten Sprache durch die Erfahrung von Klang und Zuhören. Sie beschäftigt sich gerne mit transversalen Formen von Forschungsformen und spielt in verschiedenen Kontexten an der Schnittstelle von improvisierter, experimenteller, zeitgenössischer, elektroakustischer und traditioneller Musik durch verschiedene Projekte von Solo bis zu großen Ensembles. Sie ist Autorin von Fictation (Gamut, 2020) und Tuareg Music. From political symbolism to aesthetic singularization (L’Harmattan, 2012).

Der in Genf lebende Sänger und Komponist Antoine Läng arbeitet mit der Stimme, ihrer Verwurzelung in einem Körper und in einem Raum, mit dem Atem und den physischen Mechanismen, die in Resonanz mit dem Körper und dem Ort, an dem sie stattfinden, Klanggesten erzeugen können. Diese Beziehung zum Raum dehnt er aktuell auf andere Merkmale seiner musikalischen Arbeit aus, z. B. mit Olga Kokcharova (Duo Kokhlias and Loulan) oder mit Anouck Genthon (Fictation, Songwalk with me). Fokus ist hierbei hauptsächlich das Hören und Wahrnehmen von Orten, die Läng sich als Klangräume vorstellt und denen er in seinen Performances Gehör verschaffen möchte.

Schlagzeuger und Komponist David Meier arbeitet seit 2006 mit der international aktiven Schweizer Band Schnellertollermeier, welche kompromisslose Musik zwischen moderner Komposition, Minimal-Music, Improvisation und Rockmusik spielt. Im Duo mit dem Synthesizer- und Computer-Musiker Ramon Landolt arbeitet er im Grenzbereich von elektronischer und akustischer Musik. Im Duo mit Anouck Genthon, in den Trios Zimmerlin-Stoffner-Meier und Meier-Hanes-Amberg sowie diversen weiteren Ensembles erforscht er die Möglichkeiten des Schlagzeugs im Kontext der improvisierten Musik.

https://anouckgenthon.com/
https://antoinelang.tumblr.com/
www.d-meier.ch

https://editiongamut.bandcamp.com/album/fictation

https://anouckgenthon.com/david-meier_anouck-genthon/
https://soundcloud.com/anouckgenthon/sets/david-meier-anouck-genthon

 

19.00 soundwalk mit Thomas Gerwin

Eintritt: 12/10/6 € (Normalpreis/ermäßigter Preis/Berlin-Pass)

 

Aufnahme: https://www.youtube.com/watch?v=WrQUIM4-L9E

© Maya Rochat (links), Oofzos.fr (rechts oben) – Raphaelle Mueller (rechts unten)

Details

       
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