Das NEPA Quartet vereint vier zentrale Stimmen der internationalen Improvisationsszene aus Berlin, Amsterdam und Japan: Tetuzi Akiyama, Bryan Eubanks, Toshimaru Nakamura und Gert-Jan Prins. Ihre erste gemeinsame Veröffentlichung, Spring, re-konfiguriert individuell aufgenommene Soli zu sich verschiebenden kollektiven Perspektiven. 2026 geht das Quartett erstmals gemeinsam auf Tournee und macht dabei auch Station im exploratorium. Gitarre, Saxophon, Perkussion, Elektronik und kontrolliertes Feedback bilden ein gemeinsames Feld der Interaktion. Improvisation erscheint hier als ein Prozess kontinuierlicher Transformation – offen, präzise und situativ.
Tetuzi Akiyama ist vor allem für seine Arbeit im Bereich improvisierter Musik bekannt. Als Instrumentenbauer, Gitarrist, Elektronikmusiker und Organisator monatlicher Improvisationstreffen im Tokioter Off Site hat er sich über Jahrzehnte hinweg einen Ruf als hochsensibler und eigenständiger Musiker im Feld elektroakustischer Musik erarbeitet. Auf der akustischen Gitarre ist sein Spiel klagend und introspektiv: Töne stehen im Raum, von Stille aufgeladen und in einer nichtlinearen Bewegung leicht verschoben. Auf der elektrischen Gitarre dagegen verdichtet sich alles zu Wiederholung und Groove – ein verzerrter, insistierender Puls, der eine dichte, körperlich spürbare Intensität erzeugt.
Gert-Jan Prins gilt seit über zwanzig Jahren als einer der herausforderndsten Klangkünstler der Niederlande. Als Autodidakt konzentriert er sich auf die klanglichen und musikalischen Qualitäten elektronischen Rauschens. In seiner Arbeit stellt Prins Bezüge zur zeitgenössischen elektronischen Clubkultur her und nimmt eine radikale Position in der Erforschung elektronischen Klangs und seines Verhältnisses zum Visuellen ein. Zugleich knüpft er an Performance- und Maschinenkunst der 1980er Jahre an, die das Erbe der Industriegesellschaft neu formulierten und Begegnungen mit Technologie hervorbrachten, die gleichermaßen bedrohlich wie bisweilen auch sublim erscheinen.
Toshimaru Nakamura ist ein japanischer Musiker, der in der freien Improvisation und im japanischen Onkyo aktiv ist. Er begann seine Laufbahn als Rock’n’Roll-Gitarrist, wandte sich jedoch schrittweise anderen musikalischen Formen zu, gab die Gitarre schließlich auf und arbeitete mit circuit bending-Ansätzen weiter. Er nutzt ein Mischpult als live gespieltes, interaktives Instrument: Beim „no-input mixing board“ verbindet er Ein- und Ausgang des Geräts und formt das entstehende Feedback. Seine Musik wurde beschrieben als ein Spektrum von durchdringenden hohen Tönen und schimmernden Pfeifklängen bis hin zu dichteren, von Knistern durchzogenen Tieffrequenzmustern.
Bryan Eubanks entwickelt seine Musik sowohl in Soloarbeiten als auch in Kollaborationen. Seit 1999 ist er an zahlreichen kurz- und langfristigen Projekten beteiligt und präsentiert seine Arbeit regelmäßig international. Er arbeitet in unterschiedlichen Kontexten: Improvisation; Komposition elektronischer und akustischer Werke für kleine Ensembles, Soloinstrumente, Computer und Elektronik; Organisation und Kuratierung von Konzerten; sowie der Bau elektronischer Instrumente. Er lebt in Berlin.
19:00: soundwalk mit Thomas Gerwin