Film von Axel Kröll und Julian Benedikt
& Diskussion mit Joachim Litty und Peter Stephan mit Live-Musik
Moderation: Mathias Maschat
Nur wenige seiner Generation haben die freie Improvisation und Weltmusik so nachhaltig geprägt wie Karl Berger. Der ausgebildete Musikwissenschaftler kam aus der düsteren Jazzszene der Nachkriegszeit in Süddeutschland, wo stationierte US-Soldaten den musikalischen Underground beflügelten – bis renommierte amerikanische Jazzmusiker begannen, dort ihre eigenen Bands zu gründen. Aber Berger wollte mehr.
Er gab seine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter des führenden deutschen Philosophen Theodor W. Adorno auf und traf in Paris seinen Mentor Don Cherry. Doch damit war seine Reise noch nicht zu Ende. Zusammen mit seiner Frau, der in München geborenen Sängerin Ingrid Sertso, folgte er Cherry und dem großen Ornette Coleman Anfang der 70er Jahre nach Woodstock. Dort schufen sie etwas Legendäres: das Creative Music Studio – eine bahnbrechende Drehscheibe für freie Musik und Improvisation.
Musiker aus aller Welt strömten nach Woodstock und zum CMS: Carla Bley, Jack DeJohnette, Dave Holland, Pat Metheny, Anthony Braxton und Percussion-Meister wie Nana Vasconcelos, Trilok Gurtu und Ayib Dieng. Jahrzehnte später leben ihre Lehren und ihr Geist in Workshops und Auftritten weiter.
Karl Berger – Music Mind zeichnet seinen Weg von Heidelberg nach Woodstock nach, der in einem Meilenstein-Auftritt seines 12-köpfigen Orchesters bei einem der größten Jazzfestivals Europas, den Jazz Days in Stuttgart, gipfelt. Ein Film von Julian Benedikt und Axel Kroell, 55 Minuten, Stereo