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Bühne: Improvisation International

A String is a String is a String – Jon Rose 75 (Tag 1)

A Berlin Festival of Improvisation Featuring the Family of String Instruments

Ort: exploratorium berlin, Saal

Jon Rose (AU): Filme aus der Australischen Wüste mit Live-Geige

Mayas/Ostertag/Rose
Magda Mayas (DE): Klavier
Bob Ostertag (US): Samples, Elektronik
Jon Rose (AU): Geigen

A String is a String is a String ist ein viertägiges Festival, das sich der Familie der Saiteninstrumente im Kontext zeitgenössischer Improvisation widmet. Aus Anlass des 75. Geburtstags des australischen Geigers, Komponisten, Instrumentenentwicklers, Autors und Klangkünstlers Jon Rose richtet das Festival den Blick auf eine künstlerische Praxis, die den Umgang mit Saiteninstrumenten nachhaltig verändert hat. Seit mehr als fünf Jahrzehnten lotet Jon Rose die Möglichkeiten von Streich- und anderen Saiteninstrumenten durch Improvisation, Komposition, Instrumentenbau, Performance und künstlerische Forschung aus. Statt nur auf sein außergewöhnliches Lebenswerk zurückzublicken, versteht das Festival seine Ideen als lebendige künstlerische Praxis – erfahrbar in Konzerten, Begegnungen, Filmen und Gesprächen.

Das Festival eröffnet mit einer selten zu erlebenden Soloperformance von Jon Rose, in der Live-Violine auf Filmaufnahmen aus dem australischen Outback trifft. Seit mehr als zwei Jahrzehnten arbeitet Rose in den Wüstenlandschaften Zentralaustraliens an multimedialen Projekten, die Landschaft, Klang und kulturelle Geschichte miteinander verweben. Seine Filme zeigen dabei nicht nur Orte, sondern werden selbst zu musikalischen Partnern der Improvisation. So entsteht ein offener Dialog zwischen Bild und Klang, zwischen der physischen Präsenz der Landschaft und der Unmittelbarkeit des musikalischen Augenblicks – eine ebenso poetische wie experimentelle Annäherung an Raum, Erinnerung und Resonanz.

Im zweiten Teil des Abends begegnet Jon Rose der Pianistin Magda Mayas und dem Elektronikmusiker Bob Ostertag. Während Jon Rose und Bob Ostertag seit vielen Jahren immer wieder zusammenarbeiten, verbindet Bob Ostertag und Magda Mayas nur eine frühere Begegnung bei einem gemeinsamen Festivalprojekt. Mit diesem Konzert treten die drei Musiker*innen erstmals als Trio in Erscheinung. Drei eigenständige künstlerische Handschriften mit jahrzehntelanger Erfahrung in Improvisation, experimenteller Musik und klanglicher Forschung treffen aufeinander. Roses unkonventionelle Erweiterungen der Violine, Mayas‘ vielschichtige Arbeit am präparierten Klavier sowie Ostertags pionierhafte Verbindung von Sampling, Live-Elektronik und improvisatorischem Denken eröffnen einen gemeinsamen Klangraum, in dem sich akustische und elektronische Klänge, feine Texturen und energetische Verdichtungen zu einer offenen musikalischen Konstellation verbinden.

Nach der Beendigung seiner formalen musikalischen Ausbildung im Alter von fünfzehn Jahren entwickelte Jon Rose eine eigenständige künstlerische Praxis, die von freier Improvisation und zeitgenössischer Komposition über Klanginstallationen und Radiokunst bis hin zu Umweltprojekten und experimentellem Instrumentenbau reicht. Als eine zentrale Figur der australischen freien Improvisation entwickelte er vor seinem Umzug nach Berlin im Jahr 1986 sein Langzeitprojekt The Relative Violin. Dabei entstanden mehr als dreißig neue Instrumente, er erprobte erweiterte Aufführungsformate und interaktive Elektronik und entwarf alternative Perspektiven auf die Geschichte und Möglichkeiten der Violine. Roses Arbeit hinterfragt kontinuierlich traditionelle Vorstellungen vom Instrument und eröffnet neue Wege, darüber nachzudenken, was Saiteninstrumente sein und leisten können. Seit 2001 arbeitet er verstärkt im australischen Outback an groß angelegten Umweltprojekten wie The Great Fences of Australia sowie an Kooperationen mit indigenen Gemeinschaften, darunter The Wild Violins of Warmun und das fortlaufende Projekt Singing Telegraph. Er ist Autor von vier Büchern, Gründer des Rosenberg Museum – einer einzigartigen Sammlung von mehr als 1000 geigenbezogenen Artefakten – und erhielt für sein Lebenswerk den australischen Don Banks Music Award. 2025 wurden er und seine Frau, die Geigerin und Komponistin Hollis Taylor, mit dem Richard Gill Award for Distinguished Services to Australian Music ausgezeichnet.
https://www.jonroseweb.com/

Magda Mayas ist eine in Berlin lebende Pianistin, Komponistin, Performerin und Forscherin, deren Arbeit die klanglichen Möglichkeiten des Klaviers durch Präparationen, Verstärkung und erweiterte Spieltechniken maßgeblich erweitert hat. Ihre künstlerische Praxis erforscht Klangfarbe als kompositorisches Material und entwickelt zugleich eine eigenständige Sprache für das Spiel im Inneren des Klaviers und für Improvisation. Neben ihrer internationalen Konzerttätigkeit ist sie Professorin und Forscherin an der Hochschule Luzern – Musik.

Bob Ostertag ist ein US-amerikanischer Komponist, Performer, Autor und Medienaktivist, dessen Arbeit die experimentelle elektronische Musik seit mehr als vier Jahrzehnten geprägt hat. Als Pionier des kreativen Einsatzes von Sampling und Live-Elektronik arbeitet er an der Schnittstelle von Improvisation, Komposition und Technologie und setzt sich dabei kontinuierlich mit politischen und gesellschaftlichen Fragestellungen auseinander. Neben seiner musikalischen Praxis hat er zahlreiche Bücher veröffentlicht und in den Bereichen Film, Performance und interdisziplinäre Kunst gearbeitet.

Jon Rose wird unterstützt von: Australian Government / Creative Australia

Details

Eintritt

Einzelticket: 15/12/6 € (Standard/Ermäßigung/Berechtigungsausweis)
Festival-Pass: 40/30/12 € (Standard/Ermäßigung/Berechtigungsausweis)
Die Abendkasse öffnet um 18:30 Uhr. Bitte bezahlen Sie bar. Kartenzahlung ist nicht möglich.

Zugang

Haupteingang (durch das Restaurant Mokja)

Livestream

Das Event wird als Livestream auf unserem YouTube-Kanal übertragen: https://www.youtube.com/exploratoriumberlin

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