DDK spielt improvisierte Musik, radikal und präsent auf den Moment ausgerichtet. Zwischen Stille, feinsten Klangspuren und eruptiven akustischen Gesten entsteht eine Musik, die von intensivem Hören und präziser Artikulation geprägt ist – jenseits fester Stilidiome. Mit der japanischen Klangkünstlerin Sachiko M und ihren Sinuswellen entfaltet das Quartett einen offenen, unvorhersehbaren Klangraum.
Das 2014 vom Schweizer Pianisten Jacques Demierre gegründete DDK Trio zählt zu den markantesten Formationen der europäischen Improvisationsmusik. In der Besetzung Jacques Demierre (Klavier), Axel Dörner (Trompete) und Jonas Kocher (Akkordeon) entwickelt das Ensemble eine Klangsprache, die sich ganz dem Augenblick verschreibt. Ausgehend von einer hochsensiblen Wahrnehmung der Ausbreitung von Klang entstehen musikalische Prozesse ständiger Verwandlung – von kaum hörbaren Schwingungen bis zu dichten, körperlich erfahrbaren Klangereignissen. Die Musik des Trios verbindet eine außergewöhnliche klangliche Bandbreite mit einer kompromisslosen Konzentration auf Form, Dynamik und musikalische Präsenz.
Die Begegnung mit Sachiko M erscheint dabei beinahe folgerichtig. Die japanische Musikerin gilt seit Jahrzehnten als eine der prägenden Figuren experimenteller elektronischer Musik. Mit ihren charakteristischen Sinustönen verfolgt sie einen radikal reduzierten Ansatz, der Hören selbst zum Gegenstand musikalischer Erfahrung macht. Aus einfachsten elektronischen Signalen eröffnet sie Räume von überraschender Tiefe, in denen sich Klang, Wahrnehmung und Architektur auf neue Weise verschränken.
Im Zusammenspiel treffen zwei sehr unterschiedliche Klangwelten aufeinander: der warme, atmende und gestisch geprägte akustische Klang des Trios und die präzisen, kühlen, beinahe laserartigen Sinuswellen von Sachiko M. Aus dieser Reibung entsteht ein ambivalenter Klangraum voller Spannungen und unerwarteter Perspektiven. Individuelle Entscheidungen beeinflussen sich wechselseitig, Klang wird zum gemeinsamen Forschungsfeld, Zeit und Raum erscheinen neu geordnet. So entstehen flüchtige Klangarchitekturen, deren Verlauf nicht vorhersehbar ist und die sich allein aus dem Moment heraus entwickeln.
Das DDK Trio wurde 2014 auf Einladung des Festival Météo in Mulhouse gegründet. Seitdem haben Jacques Demierre, Axel Dörner und Jonas Kocher einen eigenständigen Ansatz improvisierter Musik entwickelt, der an Konzepte der „Instant Composition“ anknüpft. Konzerte führten das Trio durch Europa, Japan, Russland und Kanada. Zu den wichtigsten Projekten der vergangenen Jahre zählen Kooperationen mit dem Ensemble Contrechamps in Genf und bei der Biennale di Venezia sowie mit dem kanadischen Großensemble GGRIL. Das Album A Right to Silence erschien 2023 beim Label Meenna.
Sachiko M wurde als Mitglied der legendären japanischen Formation Ground Zero international bekannt. Seit den späten 1990er Jahren verfolgt sie eine einzigartige musikalische Praxis, in deren Zentrum Sinustöne und die klanglichen Eigenschaften elektronischer Geräte stehen. Ihre radikal reduzierten Soloperformances haben sie zu einer der einflussreichsten Persönlichkeiten der experimentellen Musikszene gemacht. Sie arbeitete unter anderem mit Evan Parker, Eddie Prévost, Pat Thomas, Günter Müller, Otomo Yoshihide und Toshimaru Nakamura zusammen. Gemeinsam mit Otomo Yoshihide betreibt sie das Label Amoebic und ist in zahlreichen internationalen Projekten aktiv.
Vom 11.–12. Juli 2026 gibt Axel Dörner im exploratorium berlin einen Workshop spezial für Freie Improvisation.
19:00: soundwalk mit Thomas Gerwin